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Im Land der „explodierenden“ Ameisen

Es ist ein erstaunliches und einzigartiges Verhalten im Tierreich: Bestimmte Ameisenarten, die in den Regenwäldern Borneos beheimatet sind, opfern sich im Kampf gegen feindliche Ameisen auf spektakuläre Art auf, um ihr Territorium zu verteidigen. Die Tiere platzen auf, „explodieren“ förmlich, um ihre Feinde durch austretende, klebrige und stark reizende Sekrete zu töten.

Irina Druzhinina vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der TU Wien hat es sich mit ihren KollegInnen zur Aufgabe gemacht, die Rolle der selbstaufopfernden Verhaltensweise dieser Ameisenarten des sogenannten Colobopsis cylindrica-Komplexes (COCY) genauer zu untersuchen. Die ForscherInnen gehen davon aus, dass die außergewöhnlichen Attacken dazu dienen, eine bestimmte Zusammensetzung von Mikroorganismen auf Blättern zu verteidigen, die den Tieren als Nahrung dient. In einer Reihe von Expeditionen, Vergleichsstudien, chemischen und mikrobiologischen Untersuchungen beleuchten die WissenschaftlerInnen die evolutionären Hintergründe der involvierten Spezies. Dabei zeigte sich unter anderem, dass die Abwehrsekrete höchstwahrscheinlich auch zur Bekämpfung schädlicher Bakterien und Pilze in den Ameisennestern dienen.